Halbtagesfahrt nach Warendorf am 22.08.2026 mit 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Am 22. August 2026 machten sich 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im komfortablen Reisebus von Hüsten aus auf den Weg ins ostmünsterländische Warendorf – vorfreudig gestimmt auf einen erlebnisreichen Tag voller Kultur, Historie und westfälischer Gastfreundschaft.
NRW-Landgestüt: „Von preußischen Tugenden und Beamten auf vier Beinen“
Pünktlich um 14:00 Uhr begann das offizielle Programm auf dem parkähnlichen Gelände des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts. Die Führung stand unter dem vielsagenden Motto „Von preußischen Tugenden und Beamten auf vier Beinen“.
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Die Gründung (1826): Die Wurzeln des Gestüts reichen in die preußische Zeit zurück. Nach den Umwälzungen der Napoleonischen Kriege gründete König Friedrich Wilhelm III. von Preußen am 28. Juli 1826 das Königlich Preußisch-Rheinisch-Westphälische Landgestüt. Ziel war es, die regional zerrüttete Pferdezucht durch hochwertige Zuchthengste systematisch zu stärken. Die ersten 24 Hengste wurden damals direkt aus Ostpreußen in das beschauliche 4.000-Einwohner-Städtchen Warendorf überführt.
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Von der Armee zum Leistungssport: Dienten die Pferde im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch primär der Landwirtschaft und dem Militär, wandelte sich der Fokus im Laufe des 20. Jahrhunderts hin zu modernen Sportpferden. Warendorf stieg als Sitz des Landgestüts sowie der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) vollends zur weltweiten „Hauptstadt des Pferdes“ auf.
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Gegenwart: Heute ist die historische Anlage ein Landesbetrieb des Landes NRW. Die dort untergebrachten rund 90 Landbeschäler (Hengste) sind im übertragenen Sinne tatsächlich „Staatsbedienstete“ auf vier Beinen. Neben der Zucht stehen der Erhalt historischer Pferderassen und traditionelle Großveranstaltungen wie die berühmten Warendorfer Hengstparaden im Vordergrund.
Altstadt auf eigene Faust & Führung: „Zwischen Drachen und Katzenköppen“
Nach der Gestütsführung nutzte die Reisegruppe die Gelegenheit, die historische Innenstadt bei mildem Spätsommerwetter auf eigene Faust zu erkunden, bevor der geführte Stadtrundgang auf dem Programm stand.
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Geschichte der Altstadt: Warendorf blickt auf eine über 1.200-jährige Siedlungsgeschichte zurück. Im Mittelalter stieg die Stadt durch ihre Lage an wichtigen Handelswegen und der Ems zu einem wohlhabenden Mitglied der Westfälischen Hanse auf, wovon der reiche Fundus an mittelalterlicher Architektur zeugt. Trotz großer Stadtbrände (u. a. 1404 und 1741) blieb der mittelalterliche Stadtgrundriss bis heute fast vollständig erhalten.
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Drachen & Katzenköppe: Der Titel der Stadtführung erschloss sich bei einem Blick nach unten und nach oben:
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Katzenköppe: So nennt man im Münsterland traditionell das rund geschliffene Kopfsteinpflaster (Wackensplitt) in den engen Altstadtgassen, deren Form an die Köpfe von Katzen erinnert.
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Drachen: Dieser Begriff nimmt Bezug auf die farbenfrohen, floralen und fabelwesenartigen Fassadenverzierungen, Speier, Giebelmotive und Hauszeichen an den prächtigen Bürger- und Fünfgiebelhäusern rund um den historischen Marktplatz.
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Einkehr im „Historischen Brauhaus Warintharpa“
Zum krönenden Abschluss ging es für die 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Historische Brauhaus Warintharpa. Bei deftigen westfälischen Spezialitäten und frisch gezapftem Bier klang der Halbtag in geselliger Runde aus.
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Herkunft des Namens: Der Name Warintharpa markiert die Geburtsstunde Warendorfs. Er stammt aus der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahr 881 (aus der Zeit der sächsischen Besiedlung). Alt- bzw. mittelniederdeutsch lässt sich der Name zerlegen in:
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Warin / Wara: Verweist vermutlich auf ein Wehrsystem aus Flechtwerk zur Fischerei in der Ems.
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Tharpa: Die Urform des Wortes „Dorf“.
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Übersetzung: Warintharpa bedeutet somit sinngemäß „Das Dorf am Uferdamm / an den Ems-Wehren“.
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Vollgepackt mit Geschichte, Kultur und kulinarischen Eindrücken trat die Reisegruppe am Abend im Bus die entspannte Rückfahrt nach Hüsten an.

































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